Das Projekt Perspektiven für Jugend und Nachbarschaft Neukölln umfasst die Entwicklung und Etablierung einer erfolgreichen und frühzeitigen Gewalt- und Drogenprävention für gefährdete Jugendliche in drei Sozialräumen (Flughafenstraße, Köllnische Heide, Rixdorf) in Neukölln. Es wird von outreach/GskA und dem Jugendclub The Corner im Rahmen des Neuköllner Netzwerkfonds durchgeführt. Auf Grund gehäufter Gewaltvorfälle durch Jugendgruppen erfordern diese Gebiete einen erhöhten Handlungsbedarf im Bereich der Jugendgewalt und -kriminalität. Ziel ist es, effektive Maßnahmen der aufsuchenden Jugendsozialarbeit zu entwickeln, die durch bereits bestehende Angebote nicht gedeckt sind. Wichtige zu beachtende Aspekte sind dabei die Wahrung einer kulturellen Sensibilität bei vorurteilbewusster und diskriminierungsfreier Haltung sowie eine Sensibilität für die von den Jugendlichen selbst angeeignete Opfersichtweise. Ein weiteres zentrales Ziel ist die Vernetzung der Jugendsozialarbeit mit anderen sozialen Trägern und Akteuren sowie der Verwaltung in den Sozialräumen wie auch übergreifend.

Das Projekt umfasst zwei Phasen:

 

  • Situationsanalyse
  • Entwicklung und Implementierung innovativer Maßnahmen und Handlungsansätze.

 

Das IBI führt eine begleitende, formative Evaluation durch. In der ersten Phase unterstützt die Evaluation bei der Durchführung der Situationsanalyse. In einer späteren Phase werden Stärken und Schwächen des Projekts identifiziert und Empfehlungen für die Verstetigung der Modellversuchsergebnisse formuliert.

Methodisch richtet sich die Evaluation schwerpunktmäßig qualitativ aus, um eine tiefgehende Untersuchung der dem Projektgeschehen zugrundeliegende Wirklogik(en) zu ermöglichen und Stärken und Schwächen des Projekts festzustellen.

Ein zentraler Aspekt des Untersuchungskonzepts wird die Erstellung eines Logischen Modells mit den Mitarbeiter/-innen des Projekts sowie weiterer Akteure sein. Ziel eines Logischen Modells ist es, Wirkungsannahmen und Zusammenhängevon sozialpädagogischem Handeln und intendierten Effekten zu plausibilisieren. Sie bilden die jeweils typischen Aktivitäten für eine genauer spezifizierte Zielgruppe und kurz-, mittel-, sowie langfristiger Ziele ab. Die grafische Aufbereitung der „Projektlogik“ ermöglicht, Wissen für die Fachpraxis zu generieren bzw. besser zugänglich zu machen, vor allem indem auch kausale Verbindungen zwischen den Elementen des Modells expliziert werden.

Das Logische Modell wird in Einzel- und Gruppensitzungen entwickelt und durch Befragungen von Mitarbeiter/-innen in kooperierenden Einrichtungen (z.B. Mitarbeitende von Quartiersmanagements, Jugendgerichtshilfe, Peer-Projekten, Jugend- und Bildungseinrichtungen, Centermanagement und der Polizei) validiert und ggf. korrigiert.

Ziel der Evaluation ist es, Passgenauigkeit und Effektivität der Maßnahmen zu beurteilen und Vorschläge für zu übertragende Module in die Regelfinanzierung zu geben.